Musiktherapie

“MUSIK AUF RÄDERN”

Auch hier auf unserer Internetseite möchten wir Ihnen die Musiktherapie anhand eines kurzen Interviews, welches wir für die Hauszeitung (Das Blättken) mit der Therapeutin geführt haben, etwas näherbringen. Vor knapp 20 Jahren gründete Cornelia Klären zusammen mit einer Kollegin das Unternehmen “Musik auf Rädern”, welches mobile Musiktherapie anbietet. An jedem Dienstag ist Sie im St Laurentius-Stift anzutreffen und musiziert mit und für dementiell veränderte Menschen. Dieses Angebot stellt eine immense Bereicherung für die BewohnerInnen dar und wird über einen privaten Spender finanziert. Wir durften Frau Klären ein paar Fragen stellen.

Dat Blättken: Frau Klären, das musiktherapeutische Angebot gibt es im St. Laurentius-Stift schon viele Jahre. Sie haben ja erst vor kurzer Zeit bei uns ihre Tätigkeit als Musiktherapeutin aufgenommen und führen die Arbeit von Herrn Steinke fort, gibt es schon eine heitere oder fröhliche Situation die Ihnen spontan einfällt?
Cornelia Klären: In den letzten Wochen konnte ich einige Bewohnerinnen und Bewohner schon recht gut kennenlernen. Mir fällt keine einzelne Situation ein, weil ich schon viele Momente erleben durfte, die sehr heiter oder sogar richtig lustig waren, in denen geschmunzelt und gelacht wurde. Sowieso halte ich Humor für ein sehr wichtiges und wertvolles Element bei der Arbeit, nein, eigentlich auch im Alltag. Wenn es gelingt, die vielen kleinen heiteren und komischen Momente wahrzunehmen und gemeinsam auszukosten, erhöht sich die Lebensqualität in diesem Augenblick. Und das tut nicht nur in Zeiten von Corona sehr gut.
Dat Blättken: Einige Leser werden sich vielleicht fragen, was genau macht eine Musiktherapeutin?
Cornelia Klären: Als Musiktherapeutin möchte ich mit meinem Gegenüber in Kontakt kommen und in Beziehung treten. Dabei nutze ich das Medium Musik auf unterschiedliche Weise und ganz individuell abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse und Ressourcen. Bekannte Melodien beispielsweise können eine vertraute und geborgene Atmosphäre schaffen, können Trost spenden oder Ängste mildern. Sie regen Erinnerungen wach und setzen so Gefühle frei. Darüber hinaus arbeite ich gerne mit sogenannten leicht spiel-baren Instrumenten (u.a. Meerestrommel, Handtrommel, Schellen-stab, Maracas), mit denen mitunter kleine Improvisationen gelingen.
Dat Blättken: Vielleicht können Sie uns in wenigen Sätzen verraten was für Sie eine gelungene “Sitzung” ausmacht? Spricht man in diesem Kontext von Sitzung?
Cornelia Klären: In meiner aufsuchenden Arbeit in Einrichtungen wie dem St. Laurentius-Stift sage ich nicht “Sitzung”, sondern wähle Begriffe, die von den Bewohnern leichter eingeordnet werden können wie “musikalischer Besuch” (bei einem Einzelkontakt) oder einfach “Musik(-therapie)stunde”. Als gelungen empfinde ich eine solche Einheit zum Beispiel, wenn die Kontaktaufnahme zum Bewohner geglückt ist und sich daraus etwas entwickeln konnte, wenn Emotionen wie Freude oder Traurigkeit ihren Raum gefunden haben, wenn sich eine Zufriedenheit ausbreitet, die ausgelassen oder ganz still sein kann.
Dat Blättken: Was machen Sie denn sonst noch gerne, wenn Sie nicht Musik machen? Oder geht es nicht ohne Musik 😉 ?
Cornelia Klären: Es geht schon ohne Musik – aber nicht immer. Ich singe im Chor und habe mir einen Kindheitstraum erfüllt, ein Streichinstrument zu erlernen. Darüber hinaus lese ich leidenschaftlich gerne und werkele im Garten.