Das Beet kommt sogar ins Zimmer

„Besonders gut gefällt es mir, dass man immer wieder schöne Angebote für die Bewohner anregen kann“, stellt Matthias Ebbert fest.

Er arbeitet seit gut einem Jahr im St.-Laurentius-Stift – als Leiter des  Sozialen und Therapeutischen Dienstes. Der 40-Jährige und sein Team haben die Aufgabe, die Bewohner soweit und so individuell wie möglich geistig anzuregen und körperlich zu fördern. Das Team, dem neben ihm zwei Ergotherapeutinnen, eine Krankenpflegerin und zehn Betreuungsassistentinnen angehören, bietet Sportangebote, Singkreise, Musiktherapie, Gedächtnistraining und vieles mehr an. 114 Senioren bewohnen das St.-Laurentius-Stift, das mit großen Einzelzimmern, einem bunten Garten hinter dem Haus und der Innenstadtnähe überzeugt. „Als ich zum ersten Mal das Haus betreten habe, ist mir direkt die Helligkeit aufgefallen“, erinnert sich Matthias Ebbert.

Ihm ist das Seniorenheim gut vertraut, wuchs er doch in Coesfeld auf und ist sehr mit der Anna-Katharina-Gemeinde verbunden, in deren Gebiet das Haus liegt. Er machte jedoch zunächst eine Erzieherausbildung mit Schwerpunkt Heilpädagogik – das Anerkennungsjahr in Stift Tilbeck – und studierte dann Sozialarbeit. Anschließend arbeitete er zehn Jahre in der Jugendhilfe, bevor er und sich im letzten Sommer für die Stelle im St.-Laurentius-Stift bewarb. „Jugendliche verlassen oft schnell wieder die Einrichtung, während man im Seniorenbereich länger mit den Bewohnern zusammen sein kann“, vergleicht er.

Schon in den ersten Wochen sei ihm aufgefallen, wie eng das Haus mit der Gemeinde verbunden sei – „da haben meine Vorgängerinnen ein tolles Netzwerk aufgebaut“:  So kommen die Kindergartenkinder der Montessori-Einrichtung regelmäßig zu Besuch, das St.-Martin-Spiel findet vor dem Haus statt, das hauseigene Café wird von etlichen der 60 ehrenamtlichen Helfer betrieben und zahlreiche Nachbarn kommen regelmäßig zum Doppelkopfspielen vorbei. Gut gefällt ihm auch, dass im Haus oft Feste stattfinden wie Sommer- und Herbstfeste, oder Konzerte: „Vor einigen Tagen sind die Goldkehlchen aus Dülmen aufgetreten und haben deutsche und russische Volkslieder gesungen“. Doch nicht jeder Bewohner mag  größere Gesellschaft, sondern bleibt lieber auf seinem Zimmer – er wird dann bewusst von den Teammitgliedern allein besucht. Dann kommt zum Beispiel das mobile Snoezelstudio zum Einsatz: Über dem Bett des Bewohners wird ein Baldachin angebracht, sanfte Musik erklingt, und Handmassagen mit Duftölen zur Entspannung angeboten.

Das mobile Hochbeet dagegen wirkt belebend auf die Senioren: Es kann ebenfalls zu bettlägerigen oder zurückgezogen lebenden Bewohnern ins Zimmer geschoben werden. Dann kann gesät, gepflanzt und gegossen werden – und mancher möchte auch einfach gern in der Erde fühlen – „denn die meisten Bewohner hatten früher einen eigenen Garten und gärtnern gern auf diese Weise wieder“ erklärt Matthias Ebbert. „Das macht Freude, wenn man sieht, wie viel Spaß unsere Bewohner haben – sei es beim Hochbeet, bei der mobilen (Sitz-)Kegelbahn oder gemeinsamen Festen“, stellt der Leiter klar. Doch ausruhen auf dem Erfolg ist nicht seine Sache – schon steht wieder ein Projekt an:  In der Adventszeit werden wie schon bisher Konzerte angeboten. doch in diesem Jahr soll zusätzlich ein richtiger Weihnachtsmarkt vor dem Eingang aufgebaut werden – mit Buden, Gebasteltem und Kuchen.  „Und von dem Erlös machen wir im nächsten Sommer einen schönen Ausflug“ schmunzelt der engagierte Leiter und macht schon die nächsten Pläne.